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| Architektenkammer Baden-Württemberg |
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| Newsletter 09/26 |
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Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Architekturinteressierte,
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die Wahl am 8. März verlief friedlich: ein klarer Sieg für die demokratische Gemeinschaft. Ebenfalls sehr erfreulich ist die verstärkte Wahlbeteiligung – im Vergleich zur Landtagswahl 2021 stieg sie um 5,8 Prozentpunkte auf 69,6 Prozent. Nun ist zu hoffen, dass sich zügig Koalitionsverhandlungen und Regierungsbildung anschließen und dass sich die Parteien auf eine sinnvolle Aufgabenverteilung verständigen. Welche Probleme es im Bereich von Planen und Bauen zu priorisieren gilt und wie sie sich lösen lassen, dazu hat die AKBW-Landesvertreterversammlung 2025 ein > Positionspapier beschlossen. Die Themen reichen von Wohnraumpolitik und Bauen im Bestand über Absenken von Standards und losweisen Verfahren bis hin zu Klimaanpassung und Klimaschutz. Erarbeitet von den kammereigenen Kompetenzteams, versammeln die 26 Seiten fundierte Expertise. Solches und ähnliches Fachwissen wird hoffentlich für die anstehenden politischen Entscheidungen in Baden-Württemberg als Richtschnur dienen.
Eine gute Woche wünscht Ihr AKBW-Team
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| Änderungen Architektengesetz |
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Mehr Wertschätzung und Flexibilität |
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Mit der Novelle des Bauberufsrechts (> Merkblatt 350 „Architektengesetz“, > Merkblatt 305 „Eintragungsverordnung“) treten wichtige Änderungen für den Berufsstand in Kraft. Dazu gehört die Umbenennung der bisherigen Architekt:innen und Stadtplaner:innen im Praktikum (AiP/SiP): „Wir freuen uns sehr, dass wir jetzt mit ‚Junior-Architekt:innen‘ einen Titel haben, der international verständlich ist und unsere Arbeit wertschätzt, die nun mal keine Praktikantentätigkeit ist“, betont Mirjam Schnapper (re.), Vertreterin der JunAS im Landesvorstand. Auch Jens Rannow, Vorsitzender des Kammerbezirks Tübingen, zeigt sich zufrieden: „Mit dem neuen Gesetz sind jetzt alle ‚Architekten‘ und werden nicht mehr einzelnen Schubladen zugeordnet.“ Denn künftig entfallen die Tätigkeitsarten bei der Eintragung in die Architektenliste, sodass Mischformen bei der Berufsausübung möglich sind. Einzige Ausnahme: Wer sich für die Berufsbezeichnung „frei“ entscheidet, hat seine Berufsaufgaben frei von anderweitigen Interessen auszuüben und als unabhängiger Sachwalter seiner Bauherren zu fungieren, wie Kammerjustiziarin Sonja Scharkowski ausführt. Um interdisziplinäre Bürostrukturen zu erleichtern, sind zudem neue Gesellschaftsformen wie die eGbR oder OHG zugelassen und als Beteiligte auch Nicht-Berufsträger und andere Gesellschaften möglich.
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Politische Zielsetzung fehlt |
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Im Rahmen des Schwerpunktthemas „Kreislauffähiges Bauen“ im > DABonline hat die AKBW den Abriss des Ophelis-Showrooms in Bad Schönborn unter die Lupe genommen. Fertiggestellt 2022, fiel er im Zuge der Insolvenz des Möbelherstellers den Baggern zum Opfer. Und das, obwohl Ludloff Ludloff Architekten, Berlin, den innovativen Holzbau dezidiert rückbaubar und kreislauffähig geplant hatten. „Entscheidungskompetenz und Urteilskraft sucht man hier vergebens“, so die Einschätzung von Prof. Dr. Jens Ludloff. Man habe „Wertschöpfungsketten mit Wertabschöpfungsketten verwechselt“. Für eine wirkliche Bauwende fehlt seiner Meinung nach die notwendige politische Zielsetzung. „Kreislaufgerechtes Konstruieren ist komplex“, räumt Ludloff ein, der dazu an der Universität Stuttgart forscht. „Wir müssen uns um jede Schraube kümmern! Hierfür haben wir Konzepte entwickelt, die allgegenwärtige Baupraxis verweigert sich diesem Thema aber bisher.“
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Seit diesem Jahr neu, erscheint der bundesweite Newsletter „DAB Update“ alle zwei Wochen. Er flankiert das ebenfalls neue umfangreiche Online-Angebot als umfassende, vernetzte digitale Kommunikation aller Architektenkammern. > DAB Update abonnieren |
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Zwei Mal im Jahr trifft sich das Netzwerk der für Architekten zuständigen Behörden und Institutionen > ENACA (European Network of Architects' Competent Authorities), ein wichtiger Ansprechpartner für die EU-Kommission im Bereich der Berufsanerkennungsrichtlinie. Aus allen Ecken Europas kamen die Teilnehmenden am 6. März in Helsinki (Foto) zusammen. Sie erarbeiteten eine gemeinsame Position der Mitgliedsländer zu den Plänen der Europäischen Kommission, die Eintragungspraxis zu modernisieren. Ziel ist, auf die Europäische Kommission einzuwirken, dass die Gesetzgebung praxisnah, barrierefrei und qualitätssichernd gestaltet wird. „Ebenfalls auf der Agenda stand das durch ENACA entwickelte gemeinsame Tool der Eintragungsbehörden, das vor der Praxisreife steht, sowie die Bestrebungen der Kommission, KI in ihre digitalen Instrumente zu integrieren“, berichtet Marion Klabunde, AKBW, die das Netzwerk mit betreut.
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| „Wir haben ein riesiges Wissensproblem beim Bauen. Meistens ist es ja so: Kaum steht die Hütte, rennen alle weg.“ |
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| Andreas Hofer, Intendant der IBA'27, über die Notwendigkeit, Innovationen und Prozesse langfristig zu evaluieren (StZ, 12.3.2026)
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Wer gestaltet unsere Stadt? |
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Freiburg wählt am 26. April einen neuen Oberbürgermeister oder eine neue Oberbürgermeisterin und stellt damit die Weichen für die Zukunft der Stadt – auch mit Blick auf Baukultur, Liegenschaftspolitik und Wohnungsnot. Bei einer Podiumsdiskussion am 23. März, 19:30-21:30 Uhr, erörtern die Kandidierenden Martin Horn, Monika Stein, Achim Wiehle, Florian Braune und Dejan Mihajlović Fragen der Stadtentwicklung und Baupolitik: eine Kooperation von Kammergruppe Freiburg, BDA, Architects for Future und Architekturforum Freiburg.
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Welche Erfahrungen gibt es mit dem virtuellen Bauamt? Wie läuft die Umsetzung des Bau-Turbos? Wo hakt es bei Genehmigungsverfahren oder was läuft besonders gut? Die Kammergruppe Heidenheim lädt am 25. März, 18 Uhr, zum zweiten Praxisaustausch Baurecht ins Landratsamt Heidenheim ein. Vertreterinnen und Vertreter der Baurechtsbehörden des Landkreises sowie der Städte Heidenheim, Giengen und Herbrechtingen berichten aus der Genehmigungspraxis und stehen zum Austausch bereit.
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High-Tech-Architektur als Kulturdenkmal |
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Das Bauen mit Glas erlebte in den 1990er Jahren weltweit eine neue Blütezeit. Prominentes Beispiel: die Print Media Academy in Heidelberg (Foto), geplant von Bechtloff-Partner, Hamburg, und H. J. Schröder Architekten/Partner H.P. Stichs, Heidelberg, fertiggestellt im Jahr 2000. Sie ist das jüngste Objekt in der Liste der Kulturdenkmale: eine Würdigung ihrer High-Tech-Architektur, die die Beherrschung innovativer Technologien bewusst zur Schau stellt und sie ikonisch ästhetisiert. „Dass nun ein so modernes Gebäude unter Denkmalschutz steht, ist außergewöhnlich und zugleich ein starkes Zeichen für die Wertschätzung dieser Architektur“, sagt Heidelbergs Erster Bürgermeister Jürgen Odsuck. Derzeit bringen SSV Architekten das glasumhüllte Bauwerk mit dem gebäudehohen Atrium technisch und energetisch auf den neuesten Stand.
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Unter dem Motto „BESTAND.ERHALTEN. HAT ZUKUNFT!“ lädt das denkmalnetzBW am 26. März, 9-17 Uhr, zum > 1. Denkmalkongress Baden-Württemberg nach Giengen an der Brenz ein. Als Auftakt zu einer neuen Veranstaltungreihe will der Kongress ein starkes Zeichen für den Erhalt von Baukultur setzen. In einer Mischung aus Fachvorträgen und Erfahrungsberichten behandelt er zentrale Themen wie Mobilität und Barrierefreiheit in Altstädten, die „Orange Liste“ gefährdeter Kulturdenkmale, klimaneutrale Energieversorgung im Bestand oder Fragen zu Photovoltaik, Baurecht und stadtbildverträgliche Entwicklung. Eine Stadt- und eine Orgelführung ergänzen den Kongress.
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Die Bundesgartenschau 1967 war ein Aufbruchsmoment, der den Karlsruher Stadtgarten (Foto) nachhaltig prägte. Am 17. März, 19 Uhr, nimmt Helmut Kern, ehemaliger Leiter des städtischen Gartenbauamts, sein Publikum mit auf eine Zeitreise. In seinem Vortrag > „Die BUGA 1967 – der Neue Stadtgarten“ beleuchtet er die Ideen und Umbrüche der BUGA und zeigt, wie sie das Gesamtbild des heutigen Zoologischen Stadtgartens geprägt hat.
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„Nur wenn man Gestaltung in Relation zu ihrer Entstehungszeit betrachtet, lässt sie sich verstehen“, so die Überzeugung von Philipp Esch, SERA – Studio Esch Rickenbacher Architektur AG, Zürich. In seinem Vortrag > Gestaltung des Wandels, Wandel der Gestaltung am 19. März, 18:30 Uhr, Freiburg, diskutiert er anhand ausgewählter eigener Projekte, welche Herausforderungen das Gestalten aktuell prägen, und wie architektonische Antworten aussehen können.
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Der Fachverband Baustoffe und Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassaden – FVHF e.V. lobt zum 16. Mal den Deutschen Fassadenpreis aus. Gesucht sind vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF) nach DIN 18516-1, die gestalterisch, technisch sowie in puncto Wirtschaftlichkeit, Innovation und Nachhaltigkeit überzeugen. In drei Kategorien wird prämiert: „Bauen im Bestand“, „Das besondere Detail“ für architektonisch herausragende Fassadenlösungen und „VHF-Funktionsfassade“ für Fassaden mit erweiterten technischen Funktionen wie Photovoltaik, Begrünung oder Kühlung. Erstmals ist auch ein Sonderpreis VHF mit Holzbekleidungen ausgelobt. Einreichungsschluss: 29. Mai.
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Ein Chemiker als Architekturfotograf |
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Die Weissenhofsiedlung in Stuttgart ist seit jeher weltbekannt, nicht zuletzt von zahlreichen Fotos. 1927 erhielt ein Chemiker den Exklusivauftrag, die Gebäude der Werkbund-Ausstellung „Die Wohnung“ zu dokumentieren. Dessen Biographie ist Gegenstand der Ausstellung > „Dr. Otto Lossen – Der Fotograf der Weissenhofsiedlung 1927“, kuratiert von Inken Gaukel in wissenschaftlicher Zusammenarbeit mit Wolfram Janzer. In der Weissenhofwerkstatt im Haus Mies van der Rohe sind vom 14. März bis 19. Juli neue Reproduktionen von Lossens Weissenhof-Bildern, aber auch weitere Arbeiten zu sehen: samstags, sonn- und feiertags, 12-17 Uhr. Vernissage: 13. März, 19 Uhr.
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Weinbrenner aus dem Kupferstichkabinett |
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Die Studioausstellung > „Friedrich Weinbrenner – Klassisch gegenwärtig“ ist bis 14. Juni in der Kunsthalle Karlsruhe zu sehen. Anlass ist der 200. Todestag des Karlsruher Architekten (1766–1826), dessen Bauten und Konzepte das Stadtbild bis heute prägen. Die Kunsthalle präsentiert rund 50 ausgewählte Werke aus dem Kupferstichkabinett und gibt Einblick in Weinbrenners schöpferisches Denken vor der Zeit digitaler Visualisierungen. Zu sehen sind Skizzen antiker Vorbilder aus Italien, visionäre Entwürfe sowie präzise Ausführungspläne bedeutender Projekte wie das Markgräfliche Palais (Foto) und das Hoftheater. Die Ausstellung macht auch verlorene Bauten wieder sichtbar und zeigt den Aufbruchsgeist der Architektur um 1800.
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Bilder von oben: Olaf Herzog; AKBW; LUDLOFF LUDLOFF ARCHITEKTEN; BAK; AKBW; Marco Pregnolato auf Unsplash; Heidelberger Druckmaschinen AG; dbg; Dr. Otto Lossen/Architekturmuseum TU Berlin/Weissenhofmuseum im Haus Le Corbusier; Friedrich Weinbrenner/Staatliche Kunsthalle Karlsruhe |
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| Architektenkammer Baden-Württemberg |
| Danneckerstraße 54, 70182 Stuttgart |
| Telefon: 0711-2196-0, |
Telefax: 0711-2196-101 |
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