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| Architektenkammer Baden-Württemberg |
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| Newsletter 04/26 |
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Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Architekturinteressierte,
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der Stuttgarter Fernsehturm wird in diesem Jahr 70. Seine Silhouette ist nicht nur das Wahrzeichen für die Landeshauptstadt, sie steht auch für den Mut, Neuland zu betreten. Inspiriert vom Schornsteinbau, schlug der Bauingenieur Fritz Leonhardt eine Stahlbetonbauweise vor – und einen Turmkorb mit Gastronomie. Die Skepsis war riesengroß. Doch Leonhardt setzte seine Konstruktion durch, ganz ohne BIM und CAD, nur mit Stift, Rechenschieber und Gummibändern zur Windlastsimulation. Er traf auf einen Bauherrn (Südwestrundfunk), der das Wagnis einging; auf einen fähigen Architekten (Erwin Heinle); und auf Behörden, die ermöglichten. Leonhardt bilanzierte zufrieden: „Das Bauwerk zeigt, dass man technisch Notwendiges gleichzeitig auch schön gestalten kann, sodass es den Menschen zur Freude wird und ihnen auch unmittelbar dient.“ Dieser Anspruch besteht unverändert, wenngleich das Beispiel zeigt, dass Leidenschaft und Expertise weder 1956 noch 2026 hinreichende Voraussetzungen für Pionierleistungen sind. Es braucht Spielräume, den Willen aller und Vertrauen.
Eine gute Woche wünscht Ihr AKBW-Team
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| AKBW vor den Landtagswahlen |
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AKBW-Forderungen für nächste Legislatur |
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Wohnungsbau, Landesentwicklungsplan (LEP), Innovationsförderung und Kostensenkung in der Bauwirtschaft: die nächste Landesregierung hat die Aufgabe, einen echten Turnaround beim Planen und Bauen zu schaffen und mit dem LEP die Rahmenbedingungen für die Landesplanung im kommenden Jahrzehnt zu setzen. Wie das gelingen kann, beschreibt die AKBW in ihrem Positionspapier mit dem Titel „Baden-Württemberg kann’s besser“. Chancen sehen statt nur Kritik zu üben ist der Ansatz. „Die Krise der Bauwirtschaft und die Transformation zu bewältigen, birgt die Möglichkeit, uns durch gute Planung für die Zukunft gut aufzustellen“, meint Kammerpräsident Markus Müller, und weiter: „Zentral sollte dabei der Gedanke sein, wie der demografische Wandel unser gesellschaftliches Zusammenleben verändert.“
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Brandschutz: weit mehr als Vorschrifterfüllung |
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Vom Schulbau über neue Technologien und Risiken bis hin zu Sicherheits- und Einsatzstrukturen: die 19. Stuttgarter Brandschutztage zeigten eindrucksvoll, dass Brandschutz heute weit mehr ist als das Erfüllen von Vorschriften. Stephan Weber (Foto), Vizepräsident der Architektenkammer Baden-Württemberg, Kooperationspartnerin der zweitägigen Veranstaltung, sagte: „Wir Architekten müssen uns mehr denn je mit dem Thema Brandschutz auseinandersetzen. Fortbildung und Austausch sind daher enorm wichtig." Er fügte hinzu, dass vertiefte Kenntnisse im Brandschutz durchaus auch zu wirtschaftlichen Vorteilen im Berufsleben führten.
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Die Architektenkammer hält für ihre Mitglieder eine ganze Reihe von Dienstleistungen bereit: Beratung und Hilfestellungen für deren tägliche Arbeit. Um diese „Arbeitshilfen für die Praxis“ noch bekannter zu machen, stellt unsere Newsletter-Serie die Angebote im Einzelnen vor. Artikel, die bislang erschienen sind, finden sich > hier.
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Praxishilfen Teil 6: PV-Beratung |
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Die PV-Pflicht in Baden-Württemberg wirft in der Praxis weiterhin viele Fragen auf. Zur Unterstützung stellt die Kammer auf ihrer Website die wichtigsten Informationen sowie ausführliche Antworten auf > FAQ zur Solardachpflicht bereit. Sie geben Orientierung zu Anwendungsbereichen, Nachweisen, Fristen, Zuständigkeiten sowie zu Ausnahmen und verfahrensrechtlichen Aspekten. Damit bietet die AKBW eine Basis für die Beratung von Bauherrschaften und zur Umsetzung. Ergänzend informiert der > BIPV-Online-Leitfaden über bauwerkintegrierte Photovoltaik (BIPV). Diese Plattform der BIPV-Initiative, einer vom Umweltministerium geförderten Kooperation der AKBW mit ihren drei Forschungspartnern, zeigt, wie Photovoltaik gestalterisch und technisch sinnvoll in Dach- und Fassadenflächen integriert werden kann, und bietet praxisnahe Hilfestellungen für die Planung.
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| Architektengesetz aktuell |
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Neu: eGbR und GmbH & Co. KG |
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In der vorletzten Sitzung dieser Wahlperiode beschloss der Landtag BW Änderungen im Bauberufsrecht, insbesondere im Architektengesetz: Architekturbüros stehen künftig mehr Berufsgesellschaftsformen zur Verfügung, wenn sie sich interdisziplinär aufstellen wollen. So werden Personengesellschaften in der Form der eingetragenen Gesellschaft bürgerlichen Rechts (eGbR), der offenen Handelsgesellschaft, der Kommanditgesellschaft und der GmbH & Co. KG als Berufsgesellschaften zugelassen. Zudem können sich juristische Personen und rechtsfähige Personengesellschaften beteiligen, die zur Erbringung von freiberuflichen Leistungen auf dem Gebiet der Planung, Beratung, Projektsteuerung oder Objektüberwachung beitragen können. Künftig entfällt die bisherige Eintragung der Tätigkeitsart in die Architektenliste. Die Bezeichnung „freie Architektin/freier Architekt“ bleibt bestehen, wenn so eingetragen. „Architekt/in im Praktikum“ wird durch „Junior-Architekt/in“ sowie entsprechend „Junior-Stadtplaner/in“ ersetzt im Sinne einer Internationalisierung und Verklarung. Alle Änderungen treten unmittelbar nach Verkündung in Kraft.
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| „Wir freuen uns, dass die Änderungen im Architektengesetz endlich beschlossen sind und sich unsere Kammermitglieder nun noch zeitgemäßer aufstellen können.“ |
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| Hans Dieterle, AKBW-Hauptgeschäftsführer
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| Stuttgart: Wahrzeichen und Perspektive |
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| Am „Hausberg“ der AKBW-Landesgeschäftsstelle, dem Hohen Bopser, gelegen, prägt der Fernsehturm das Stuttgarter Stadtbild auf einzigartige Weise. Das Bauwerk, an dem neben Ingenieur Fritz Leonhardt und Architekt Erwin Heinle auch Innenarchitektin Herta-Maria Witzemann mitwirkte, wird heute (5. Februar) auf den Tag genau 70. Der SWR feiert dies mit einem > 70-stündigen Programm. |
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Das große Finale der Ideenphase von > „Perspektive Stuttgart“ steht vor der Tür: Am 24. Februar, 18-20:30 Uhr, präsentieren die drei Stadtplanungsteams „yellow Z + Raumposition“, „TELEINTERNETCAFE + TREIBHAUS Landschaftsarchitektur + c/o Zukunft + Buro Happold“ sowie „urbanista" ihre Zukunftsperspektiven für die Landeshauptstadt. Bei dem letzten der insgesamt fünf öffentlichen Foren im StadtPalais Stuttgart wird ein Fachbeirat die vorgestellten Arbeiten einordnen und mit dem Publikum diskutieren.
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Ort der digitalen Zukunft |
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Mit einem ikonografischen Entwurf hat MVRDV 2023 den Wettbewerb für den IPAI Campus in Heilbronn für sich entschieden: Auf 30 Hektar entsteht ein internationales Zentrum für Künstliche Intelligenz – ein Ort, an dem Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam Europas digitale Zukunft gestalten. Am 25. Februar, 19 Uhr, ist Christine Sohar, Senior-Projektleiterin MVRDV, zu Gast bei den Heilbronner Architekturgesprächen, die 2026 unter dem Motto „Architektur ist mehr als Raum, Material oder Ästhetik“ stehen. Die von der Kammergruppe Heilbronn mitorganisierte Veranstaltung findet im IPAI statt und wird zusätzlich live übertragen.
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Die Innovationskraft und Kreativität von Frauen in der Architektur sichtbar zu machen, deren Visionen und Ziele aufzuspüren: zu diesem Zweck lobt die Architektenkammer BW 2026 erneut den ARCHITEKTINNENPREIS Baden-Württemberg aus. Eingereicht werden können Projekte und die Darstellung von Prozessen zu Fragestellungen in den Bereichen Hochbau, Städtebau, Regionalplanung, Innenraumgestaltung, Freiraumgestaltung und Landschaftsarchitektur. Durch den Preis soll die gesamte Bandbreite planerischer Kompetenz der Architektinnen und Stadtplanerinnen in der Kammer abgebildet werden – denn die Stärkung weiblicher Perspektiven bedeutet auch eine Stärkung der Profession insgesamt und komplettiert das Spektrum der gestalterischen Lösungen. Vergeben werden vier Preise in vier Kategorien: AiP/SiP; U 40; Einzelprojekt; interdisziplinäre Prozessgestaltung / Innovation. Bewerbungsende ist der 4. Mai.
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Zusätzlicher Raum aus Holz |
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Die Bestandsgebäude der Freiburger PH müssen saniert werden. Während der Generalüberholung werden die notwendigen Ausgliederungen in einem neuen Verwaltungs- und Lehrgebäude untergebracht (Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten), das künftig auch den wachsenden Raumbedarf der Hochschule stillen soll. Der viergeschossige Holzbau fügt sich sensibel zwischen Wohnheim und Kollegiengebäude ein, wahrt den Baumbestand und stärkt mit seiner Formgebung die Campusstruktur am Kunzenweg. Am 27. Februar um 15 bzw. 16 Uhr bietet das Architekturforum Freiburg zwei Führungen an.
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Zwei Arten von Wende am Bau |
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Kaum unterschiedlicher sein könnten die Perspektiven, mit denen zwei Kurzfilme die aktuellen Herausforderungen des Bauens reflektieren. Da ist zum einen der Kampagnenfilm von der Bauwirtschaft BW – gedreht in Western-Manier mit Kamerafahrten über Infrastruktur-Ruinen und entschlossen ausschreitenden Bauwerkern – mit der Botschaft: „Jetzt sind wir an der Reihe. Wir bauen Deutschland neu!“ Verzögerung bei der Baugenehmigung wird als Grundübel festgemacht – ist sie erteilt, geht das gute Leben los. Ganz anders der ebenfalls ambitioniert produzierte Film von Architects for Future: Ein Besuch auf dem Flohmarkt, ein alter View-Master, der unter dem Titel „Das Bauen von Morgen“ Bilder von gigantischem Brücken-Straßenbau, Gebäudeabriss und einer flächenzerfressenden Einfamilienhaussiedlung zeigt. Vom betagten Verkäufer gefragt, ob ihr das gefalle, entgegnet die junge Flohmarktbesucherin wissend: „Nee, das geht besser.“ Zwei Filme, die auf jeden Fall zu Diskussionen anregen.
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Bilder von oben: Jürgen Gocke Fotodesign; AKBW; AKBW; AKBW; AKBW; Perspektive Stuttgart; IPAI MVRDV Vivid; AKBW; Bernhard Strauss; Bauwirtschaft BW | Architects for Future |
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| Architektenkammer Baden-Württemberg |
| Danneckerstraße 54, 70182 Stuttgart |
| Telefon: 0711-2196-0, |
Telefax: 0711-2196-101 |
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